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Airbnb-Betrug erkennen: Fake-Ferienwohnungen und Phishing
Airbnb-Betrug erkennen, bevor du zahlst: Warnsignale bei Fake-Ferienwohnungen und Phishing, was AirCover abdeckt und was du im Ernstfall tust.

Airbnb-Betrug erkennst du fast immer daran, dass du die Plattform verlassen sollst: Jemand will per WhatsApp oder E-Mail weiterschreiben, bittet um eine Überweisung oder schickt einen Link zu einer angeblichen Buchungs- oder Bezahlseite. Bleib mit Nachrichten und Zahlung in der Airbnb-App oder auf der Website, öffne keine Bezahllinks aus Nachrichten und prüf Ferienwohnungen aus Kleinanzeigen oder Facebook-Gruppen gründlich, bevor du etwas anzahlst.
Die Tricks reichen von kopierten Inseraten über nachgebaute Buchungsseiten bis zu Phishing-Nachrichten, die sogar deine echte Buchungsnummer kennen. Wer darauf hereinfällt, verliert oft nicht nur die Miete, sondern steht am Anreisetag ohne Unterkunft da. Wir entwickeln bei TrustCamera eine Kamera-App für nachprüfbare Fotos und beschäftigen uns deshalb viel damit, wie Betrüger mit Bildern von Wohnungen täuschen. Für diese Übersicht haben wir zusammengetragen, was Airbnb, Booking.com, Verbraucherschützer und Polizei raten.
Airbnb-Betrug erkennen: die Warnsignale im Überblick
Fast jede Masche rund um Airbnb und Ferienwohnungen folgt demselben Muster: Dein Geld soll an der Plattform vorbei fließen, oft unter Zeitdruck und zu einem Preis, der zu gut wirkt. Verdächtig ist deshalb jeder Wechsel in einen Messenger vor der Buchung, jede Vorkasse per Überweisung und jeder Link, über den du Daten oder eine Zahlung bestätigen sollst.
- Kontakt außerhalb der Plattform: Der Gastgeber will schon vor der Buchung per WhatsApp, SMS oder E-Mail schreiben.
- Zahlung an Airbnb vorbei: Du sollst überweisen, per PayPal „Freunde und Familie“ zahlen oder eine Gutscheinkarte kaufen.
- Links zum Bezahlen oder Bestätigen: Eine Nachricht führt dich auf eine Seite, die aussieht wie Airbnb oder Booking.com.
- Rabatt für Direktbuchung: Wer außerhalb bucht oder sofort zahlt, bekommt angeblich einen Nachlass.
- Druck: Die Buchung werde storniert, wenn du nicht innerhalb weniger Stunden zahlst.
- Preis passt nicht: Die Wohnung ist deutlich günstiger als vergleichbare und selbst in der Hauptsaison kurzfristig frei.
- Anbieter nicht greifbar: Außer einer E-Mail-Adresse gibt es keinen Namen, keine Anschrift, keine Telefonnummer.
Ein einzelnes Signal ist noch kein Beweis. Die ersten drei reichen aus unserer Sicht aber schon allein, um abzubrechen, denn eine echte Buchung auf Airbnb braucht keinen dieser Wege. Wer Airbnb-Betrug erkennen will, achtet also zuerst auf den Weg, den Nachrichten und Geld nehmen sollen. Die Punkte stammen aus Hinweisen von Airbnb, Booking.com, der Verbraucherzentrale Hamburg und dem Europäischen Verbraucherzentrum, die wir in den folgenden Abschnitten verlinken. Wie Betrug bei regulären Mietwohnungen abläuft, zeigt unser Überblick Wohnungsbetrug erkennen.
Die häufigste Airbnb-Betrugsmasche: Zahlung außerhalb der Plattform
Airbnb ist bei diesem Punkt eindeutig. Laut der Airbnb-Hilfe zu Zahlung und Kommunikation verstößt es gegen die Richtlinien, wenn Gastgeber dich auffordern, außerhalb von Airbnb zu buchen oder vor der Buchung per WhatsApp, Facebook, SMS oder über eine andere Plattform zu kommunizieren. Zahlst du außerhalb von Airbnb, verlierst du den Schutz durch AirCover. Wer per Überweisung bezahlt, hat es laut Airbnb möglicherweise mit einer betrügerischen Buchung zu tun. Airbnb bittet darum, solche Aufforderungen umgehend zu melden.
Der Grund liegt auf der Hand. Buchst du über Airbnb, zieht die Plattform den Preis ein, und bei Problemen hast du einen Ansprechpartner. Eine Überweisung an eine fremde IBAN oder eine Zahlung über einen Link landet dagegen direkt beim Betrüger. Deshalb liefern Betrüger eine Begründung, warum es diesmal anders laufen soll: Direkt zu zahlen sei üblich, gehe schneller oder sei günstiger.
Wie das in der Praxis aussieht, schildert das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) an einem Fall aus seiner Beratung. Eine Studentin fand auf einer bekannten Buchungsplattform ein günstiges Apartment in Athen, laut Anzeige sollte sie aber direkt beim Vermieter buchen. Per WhatsApp versicherte der angebliche Vermieter, das sei üblich. Sie überwies den Betrag und bekam kurz darauf sogar eine Buchungsbestätigung im Namen der Plattform. Danach brach der Kontakt ab, Geld und Unterkunft waren weg.
Achte auch nach der Buchung auf diesen Punkt. Bittet dich ein Gastgeber mit einer Ausrede, zu stornieren, und bietet dir die Wohnung direkt an, ist das ebenfalls eine Aufforderung, außerhalb von Airbnb zu buchen. Ob deine Buchung wirklich über Airbnb läuft, kannst du jederzeit in deinem Konto prüfen, wenn du die App oder die Website selbst öffnest.
Phishing: gefälschte Buchungsseiten und Nachrichten mit echten Daten
Die zweite große Gruppe von Maschen zielt auf deine Zugangs- und Zahlungsdaten. Laut der Airbnb-Hilfe zu echten und gefälschten Nachrichten wirken solche E-Mails oft echt: mit Logo, gefälschtem Absender und Textbausteinen aus echten Buchungsbestätigungen. Ein echter Link zu Airbnb beginnt mit https://www.airbnb.com oder einer länderspezifischen Adresse wie https://www.airbnb.at. Ist Airbnb in der Adresse falsch geschrieben, ist die Seite gefälscht. Absender wie @bnb.com oder @reservation-airbnb.com nennt Airbnb ausdrücklich als Beispiele für Fälschungen.
Typisch ist außerdem ein drohender Ton: Das Konto werde gesperrt, die Buchung storniert oder eine Auszahlung verzögert, wenn du nicht sofort klickst. Im Zweifel rät Airbnb, keinen Link anzutippen, sondern die App oder die Website selbst aufzurufen. Nachgebaute Airbnb-Seiten kannst du unter airbnb.com/report-phishing melden.
Besonders tückisch sind Nachrichten, die deine echten Buchungsdaten kennen. Die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet von einem Mann, der über Booking.com ein Zimmer gebucht hatte. Einige Tage später schrieb ihm per WhatsApp eine angebliche Mitarbeiterin des Hotels, mit korrektem Namen, Buchungsnummer und Reisezeitraum. Über einen Link sollte er seine Daten erneut bestätigen und verlor dabei rund 500 Euro.
Laut Verbraucherzentrale kommen solche Aufforderungen teils sogar über den offiziellen Chat der Booking.com-App, mitunter mit der Drohung, die Reservierung werde sonst storniert. Im April 2026 hatte Booking.com demnach mitgeteilt, dass Buchungsdaten von Kunden gestohlen worden waren, darunter Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Korrekte Angaben zu Name, Unterkunft oder Buchungsnummer sind deshalb kein Beleg, dass eine Nachricht wirklich von der Unterkunft stammt.
Booking.com selbst schreibt in seinen Sicherheitstipps für Reisende, dass es niemals Kreditkartendaten per E-Mail, Telefon, SMS oder WhatsApp anfordert. Auch um eine Überweisung, die von der Zahlungsrichtlinie in deiner Buchungsbestätigung abweicht, bittet die Plattform nach eigenen Angaben nie.
Wie schnell ein einziger Klick zum Problem wird, zeigt ein Fall der Polizei Bielefeld vom Juli 2026: Gut zwei Monate nach seiner Buchung zahlte ein junger Mann über einen Link aus einer Messenger-Nachricht. Später stellte sich heraus, dass laut Buchung erst während des Aufenthalts zu zahlen gewesen wäre. Die Polizei rät, vor jeder Zahlung die genauen Bedingungen der eigenen Buchung zu kontrollieren.
Fake-Ferienwohnung auf Kleinanzeigen, Facebook und eigenen Webseiten
Nicht jede Ferienwohnung wird über eine große Plattform gebucht. Viele Angebote stehen auf Kleinanzeigen, in Facebook-Gruppen oder auf eigenen Vermieter-Webseiten. Dort zahlst du in der Regel direkt an den Anbieter, einen Schutz wie AirCover gibt es nicht. Nach Beobachtung des EVZ werden Fake-Unterkünfte meist auf eigens dafür erstellten Webseiten angeboten. Sie können aber auch auf bekannten Portalen wie Booking.com, Airbnb, Casamundo oder FeWo-direkt auftauchen.
Ein zweiter Fall aus der EVZ-Beratung spielt in den Niederlanden. Über eine private Vermieter-Webseite fand ein Paar ein Ferienhaus nicht weit vom Meer, 14 Tage für 1.700 Euro, und überwies 970 Euro Anzahlung. Webseite, Bestätigung und Rechnung wirkten seriös. Als das Paar stornieren musste, kam die vereinbarte Rückzahlung nicht, der Vermieter meldete sich nicht mehr, und die Webseite verschwand. In Facebook-Gruppen stieß das Paar danach auf Berichte anderer Betroffener.
Typisch für diese Ferienwohnung-Betrugsmasche sind laut EVZ diese Merkmale:
- Auffällig günstig: teils um die Hälfte billiger als vergleichbare Wohnungen und trotz Hauptsaison kurzfristig frei.
- Kaum Angaben: wenig Details zur Wohnung, als Kontakt nur eine E-Mail-Adresse.
- Volle Miete sofort: statt einer üblichen Anzahlung, teils mit Rabatt für schnelle Zahlung.
- Nur eine Zahlungsart: etwa Überweisung oder Kreditkarte, dann mit dem Risiko, dass deine Kartendaten gestohlen werden.
- Junge Webseite: erst seit kurzem online, ohne Bewertungen oder mit auffällig vielen positiven.
- Ausweise: Der Anbieter verlangt eine Kopie deines Ausweises oder schickt seinen eigenen, um seriös zu wirken.
Auf Kleinanzeigen und in Facebook-Gruppen kann dir außerdem eine Geschichte begegnen, die die Polizei von Wohnungsanzeigen beschreibt: Der Vermieter lebt angeblich im Ausland und schickt den Schlüssel nach der Zahlung. Laut LKA Niedersachsen behaupten Betrüger dabei mitunter, Plattformen wie Airbnb würden den Versand von Schlüssel oder Mietvertrag übernehmen, um Vertrauen zu gewinnen. Eine echte Airbnb-Buchung siehst du aber in deinem Konto, wenn du App oder Website selbst öffnest. Steht sie dort nicht, zahl nichts.
Welche Maschen auf Kleinanzeigen sonst verbreitet sind, zeigt unser Ratgeber Kleinanzeigen-Betrug erkennen. Soll die Anzahlung über PayPal „Freunde und Familie“ laufen, rät das EVZ klar ab, weil diese Zahlungen keinen Käuferschutz haben. Warum Betrüger genau diese Option wollen, erklärt unser Ratgeber zum PayPal-Freunde-Betrug.

So prüfst du eine Ferienwohnung vor dem Buchen
Bei einer Mietwohnung ist die Besichtigung vor Ort mit dem echten Vermieter der wichtigste Test. Für eine Ferienwohnung in einem anderen Land geht das selten. Umso wichtiger ist es, Anbieter und Wohnung unabhängig voneinander zu prüfen. Die folgenden Schritte beruhen auf den Tipps des EVZ, ergänzt um einen Test, der aus unserer Sicht am meisten verrät:
- Fotos rückwärts suchen: Eine Bilder-Rückwärtssuche zeigt, ob dieselben Fotos für andere Unterkünfte verwendet werden, etwa einmal in Spanien und einmal in Kroatien.
- Adresse prüfen: Online-Kartendienste zeigen, ob es das Haus unter der Adresse gibt und ob Umgebung und Außenansicht zu den Fotos passen.
- Vermieter abgleichen: Die Tourist-Information am Urlaubsort hilft, Kontaktdaten zu überprüfen. Ein Impressum allein beweist nichts.
- Registrierungsnummer checken: In Italien und Spanien müssen Vermieter eine Registrierungsnummer (CIN bzw. NRA) in Anzeigen angeben. In einigen Ländern lässt sie sich in offiziellen Registern prüfen.
- Live-Rundgang verlangen: Bitte um einen kurzen Videoanruf, in dem der Anbieter durch die Wohnung geht und aus dem Fenster auf Straße oder Strand filmt.
- Geschützt zahlen: Das EVZ rät zu Kreditkarte oder Lastschrift statt Überweisung und zu einer kleinen Anzahlung. Den Rest zahlst du erst vor Ort, wenn du siehst, dass es die Wohnung gibt.
Den Live-Rundgang halten wir für den stärksten Test aus der Ferne. Ein Foto mit Zettel, auf dem dein Name und das heutige Datum stehen, galt lange als gute Probe. Heute beweist es wenig, weil KI-Bildgeneratoren lesbare Schrift in Bilder setzen. Einen Videoanruf, in dem jemand live durch die Räume geht und auf deine Bitte ein bestimmtes Detail zeigt, fälscht man deutlich schwerer. Dass die Person die Wohnung vermieten darf, beweist aber auch er nicht. Woran du geschönte Wohnungsfotos erkennst, zeigt unser Ratgeber bearbeitetes Bild erkennen.

Airbnb-Betrugsschutz: Was AirCover abdeckt und was nicht
AirCover ist bei jeder Buchung einer Unterkunft auf Airbnb enthalten. Laut der Airbnb-Hilfe zu AirCover für Gäste hilft Airbnb bei ernsten Problemen, die der Gastgeber nicht lösen kann: wenn er vor dem Check-in storniert, wenn du ihn bei einem Problem nicht erreichst oder wenn die Unterkunft erheblich vom Inserat abweicht. Beispiele sind eine Heizung, die im Winter ausfällt, weniger Schlafzimmer als angegeben oder ein fehlender Pool. Dann hilft Airbnb bei der Suche nach einer vergleichbaren Unterkunft oder erstattet den Preis ganz oder teilweise.
Zwei Einschränkungen solltest du kennen. AirCover ist ausdrücklich keine Versicherung und deckt keine Kleinigkeiten wie einen kaputten Toaster ab. Vor allem gilt der Schutz nur für Buchungen, die du über Airbnb bezahlst, wie die oben verlinkte Hilfe zu Zahlungen außerhalb der Plattform klarstellt. Wer sich auf eine Überweisung einlässt, steht im Betrugsfall ohne diesen Schutz da. Auch das EVZ rät, bei Booking.com, FeWo-direkt oder Airbnb ausschließlich über die Plattform zu kommunizieren und zu bezahlen.
Stellst du bei der Ankunft ein Problem fest, rät Airbnb zu drei Schritten. Dokumentiere es mit Fotos oder Videos und informiere den Gastgeber innerhalb von 72 Stunden nach der Entdeckung. Reagiert er nicht oder löst er das Problem nicht, wendest du dich sofort an Airbnb. Aussagekräftige Aufnahmen sind dabei dein wichtigstes Material.
Betrug gegen Gastgeber: falsche Gäste und gefälschte Airbnb-Nachrichten
Auch Gastgeber sind Ziel und sollten Airbnb-Betrug erkennen können, bevor sie auf einen Link tippen. Die oben verlinkte Phishing-Hilfe von Airbnb nennt gefälschte E-Mails, die wie Auszahlungsbestätigungen aussehen oder mit einer verzögerten Auszahlung drohen. Dazu kommen Anrufe mit gefälschter Rufnummer, die scheinbar vom Airbnb-Support stammen. Laut Airbnb ruft die Plattform nie an, um dich zu bitten, deine Auszahlungsmethode zu ändern oder Einmalcodes, Passwörter oder Zahlungsdaten zu nennen. Leg bei solchen Anrufen sofort auf und melde sie Airbnb selbst, mit Nummer, Uhrzeit und einer kurzen Beschreibung des Gesprächs.
Angebliche Gäste, die außerhalb von Airbnb zahlen oder früh in einen Messenger wechseln wollen, sind aus unserer Sicht genauso ein Warnsignal wie umgekehrt. Wer eine Überweisung annimmt, hat bei Problemen ebenfalls keine Plattform im Rücken. Vermietest du privat über Kleinanzeigen oder eine eigene Webseite, gelten die Regeln des sicheren Handelns: Geld erst als eingegangen betrachten, wenn es auf deinem Konto steht, und keine Links zum angeblichen Geldempfang öffnen.
Betrug bei Airbnb: was tun, wenn du schon gezahlt hast
Hast du Geld überwiesen oder Daten auf einer gefälschten Seite eingegeben, zählt jede Stunde. Aus den Empfehlungen von Airbnb, Booking.com und dem EVZ ergeben sich diese Schritte:
- Bank oder Kartenanbieter anrufen: Lass die Karte sperren, wenn du Kartendaten eingegeben hast, und frag nach einer Rückholung. Laut EVZ lassen sich Lastschriften und Kreditkartenzahlungen unter Umständen zurückbuchen, eine genehmigte Lastschrift innerhalb von acht Wochen. Eine Überweisung zurückzuholen, gelingt dagegen selten.
- Plattform informieren: Melde Nachricht, Inserat oder Buchung bei Airbnb, Booking.com oder FeWo-direkt. Bei Airbnb klickst du am Computer in der Nachricht auf die drei Punkte und dann auf „Diese Nachricht melden“, auch in der App lassen sich Nachrichten melden.
- Beweise sichern: Screenshots von Inserat, Chat, Webseite, Buchungsbestätigung und Zahlungsbeleg.
- Konto absichern: Hast du dich über einen Link angemeldet, ändere dein Passwort und aktiviere die Zwei-Faktor-Anmeldung.
- Anzeige erstatten: bei der Polizei vor Ort oder online über die Onlinewache deines Bundeslandes.
Einen Airbnb-Betrugsversuch melden solltest du auch dann, wenn du nichts gezahlt hast. Airbnb bittet ausdrücklich darum, und laut EVZ lassen sich so andere Nutzer warnen und Fake-Inserate löschen. Was in eine Anzeige gehört und wie es danach weitergeht, erklärt unser Ratgeber Wohnungsbetrug anzeigen. Wie du nach einer Überweisung an Betrüger dein Geld zurückzuholen versuchst, zeigt der Ratgeber Kleinanzeigen-Betrug: was tun, die Schritte lassen sich auf Ferienwohnungen übertragen.
Fotos nachprüfbar machen: für Gastgeber und bei der Ankunft
Die vielen Fake-Ferienwohnungen treffen auch seriöse Vermieter. Wer privat über Kleinanzeigen, eine Facebook-Gruppe oder die eigene Webseite vermietet, bekommt misstrauische Fragen, und das zu Recht. Ein Nachweis, dass die Fotos aktuell und seit der Aufnahme unverändert sind, kann dieses Hin und Her abkürzen.
Dafür entwickeln wir TrustCamera. Du nimmst Fotos oder ein kurzes Video der Wohnung direkt in der App auf, Uploads aus der Galerie sind nicht möglich. Jede Aufnahme bekommt einen Prüfcode. Fragt ein Interessent nach, machst du eine neue Aufnahme und schickst ihm den Code, den er gleich auf app.trustcamera.com prüft, kostenlos und ohne Konto. Er sieht, dass die Datei seit der Aufnahme nicht verändert wurde, dazu Aufnahmezeit und ungefähren Ort, auf etwa 10 km genau und nie die genaue Position.
Als Gast kannst du bei der Ankunft genauso vorgehen: Fotografiere den Zustand in der App und schick die Codes gleich an den Gastgeber, damit er sie direkt prüfen kann. Behalte zusätzlich eigene Kopien der Aufnahmen. Wie ein sauberes Fotoprotokoll bei einer Mietwohnung aussieht, zeigt unser Ratgeber zum Wohnungsübergabeprotokoll.
Die Grenzen gehören dazu: Der Code belegt die Datei, nicht die Szene. Er zeigt nicht, ob der Absender die Wohnung vermieten darf, ob etwas außerhalb des Bildes verborgen blieb oder ob am Anreisetag jemand die Tür öffnet. Er dokumentiert den Zustand nachvollziehbar, entscheidet aber keinen Streit und ersetzt keine Buchung mit Plattformschutz. Noch ist TrustCamera nicht erschienen, Android- und iOS-Version kommen in Kürze.
Häufige Fragen zu Airbnb-Betrug und Fake-Ferienwohnungen
Wie erkenne ich eine Fake-Ferienwohnung?
Achte auf einen Preis weit unter vergleichbaren Unterkünften, kurzfristige Verfügbarkeit in der Hauptsaison, fehlende Kontaktdaten und die Forderung, die volle Miete sofort per Überweisung zu zahlen. Prüf die Fotos mit einer Bilder-Rückwärtssuche, die Adresse mit einem Kartendienst und den Vermieter über unabhängige Quellen wie die Tourist-Information. Ein kurzer Live-Rundgang per Video verrät mehr als jedes Foto.
Ist Airbnb sicher vor Betrug?
Solange du über Airbnb buchst, zahlst und schreibst, greifen die Schutzmechanismen der Plattform, darunter AirCover. Die meisten Maschen, vor denen Airbnb und Verbraucherschützer warnen, setzen darauf, dass du die Plattform verlässt: über einen Messenger, eine Überweisung oder einen gefälschten Link. Airbnb-Betrug erkennst du deshalb meist genau an diesem Moment. Einen absoluten Schutz gibt es trotzdem nicht, deshalb lohnt sich bei jeder ungewöhnlichen Zahlungsaufforderung ein zweiter Blick.
Was tun, wenn der Gastgeber außerhalb von Airbnb bezahlt werden will?
Geh nicht darauf ein und melde die Anfrage bei Airbnb. Laut Airbnb verstößt es gegen die Richtlinien, wenn Gastgeber Buchung oder Kommunikation vor der Buchung von der Plattform wegverlagern wollen. Wer außerhalb zahlt, verliert AirCover. Alle Pflichtgebühren müssen beim Buchen in der Preisaufschlüsselung stehen. Die Ausnahmen sind eng: Hotels etwa dürfen beim Check-in eine Kreditkarte für Nebenkosten oder als Kaution verlangen, wenn das im Inserat steht.
Wie kann ich einen Airbnb-Betrugsversuch melden?
Verdächtige Nachrichten meldest du direkt im Airbnb-Chat: am Computer über die drei Punkte an der Nachricht und „Diese Nachricht melden“. Gefälschte Webseiten, die wie Airbnb aussehen, meldest du unter airbnb.com/report-phishing. Hast du schon gezahlt oder Daten eingegeben, wende dich zusätzlich an deine Bank und erstatte Anzeige bei der Polizei, auch online über die Onlinewache.
Bekomme ich mein Geld von Airbnb zurück?
Bei Buchungen über Airbnb hilft AirCover bei ernsten Problemen, etwa wenn der Gastgeber vor dem Check-in storniert oder die Unterkunft erheblich vom Inserat abweicht. Dann gibt es eine Ersatzunterkunft oder eine volle oder anteilige Erstattung. Hast du außerhalb der Plattform gezahlt, greift AirCover nicht. Dann bleibt nur der Versuch über deine Bank und eine Anzeige.
Gibt es besonders viele Betrugsfälle mit Ferienwohnungen in Holland?
Offizielle Zahlen, die ein bestimmtes Land als Schwerpunkt belegen, kennen wir nicht. Das EVZ schildert einen Fall mit einem Ferienhaus in den Niederlanden, das über eine private Webseite gebucht wurde, und auch die Polizei hat nach einem Fall mit einer Ferienwohnung in Holland vor der Masche gewarnt. Die Masche funktioniert überall gleich, deshalb helfen dieselben Prüfungen: Fotos, Adresse, Vermieter und Zahlungsweg.
Hilft ein Foto mit Namen und Datum gegen Fake-Ferienwohnungen?
Kaum noch. Aktuelle KI-Generatoren können lesbare Schrift in Bilder einfügen, deshalb beweist ein Foto mit Zettel nicht mehr, dass jemand gerade in der Wohnung steht. Aussagekräftiger ist ein Videoanruf, in dem der Anbieter live durch die Räume geht. Auch der beweist aber nicht, dass die Person die Wohnung vermieten darf.
Fazit: Airbnb-Betrug erkennen heißt, auf der Plattform zu bleiben
Die meisten Maschen scheitern an einer einzigen Gewohnheit: Buchung, Nachrichten und Zahlung bleiben dort, wo die Wohnung inseriert ist. Wer Airbnb-Betrug erkennen will, achtet vor allem auf jede Bitte, diesen Weg zu verlassen, und auf Links, die angeblich zur Buchung gehören. Ferienwohnungen aus Kleinanzeigen, Facebook-Gruppen oder von eigenen Webseiten prüfst du unabhängig: Fotos, Adresse, Vermieter und ein Live-Rundgang.
Ist doch Geld weg, handle schnell: Bank, Plattform, Beweise, Anzeige. Und wenn du selbst vermietest, machst du es ehrlichen Gästen leichter, wenn du deine Fotos nachprüfbar belegen kannst.
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